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Syphilis
 
Beschreibung
Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum übertragen wird.
Sie heißt auch Lues, harter Schanker oder Franzosenkrankheit. Der medizinische Fachausdruck ist neben Syphilis auch Lues venerea, wörtlich etwa: die Liebesseuche. Syphilis verläuft in mehreren Stadien und war früher wegen der Erkrankung des Nervensystems im vierten Stadium gefürchtet. Seit der Entdeckung der Antibiotika Salvarsan im Jahr 1909 und Penicillin 1928 ist sie allerdings gut behandelbar. Ohne Therapie führt sie oft zu chronischem Leiden und Tod.

Nachdem die Syphilis in den 90er Jahren in Westeuropa bereits fast ausgestorben schien, werden seit einigen Jahren auch in Deutschland wieder zunehmend Neuerkrankungen festgestellt. Im Jahr 2005 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 3.210 neue Fälle der Geschlechtskrankheit. In den Jahren 1995 bis 2000 waren es jährlich nur etwa 1.150 Fälle. In den 90er-Jahren schützten sich viele aus Furcht vor dem HIV-Virus ausreichend vor einer Ansteckung. Heute verzichten viele auf einen Schutz beim Geschlechtsverkehr (Safer Sex), weshalb sich alle sexuell übertragbaren Krankheiten wieder ausbreiten. In Deutschland gehört Syphilis zu den meldepflichtigen Krankheiten.
 
Ursachen:
Syphilis wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Die Bakterien (Treponema pallidum) dringen von einem Syphilis-Geschwür des infizierten Menschen in den Körper eines anderen ein. Gefährdet sind vor allem Personen, die häufig ihren Sexualpartner wechseln. Das gilt besonders in den Ländern, in denen die Syphilis weit verbreitet ist.
Eine Schwangere kann ihr ungeborenes Kind auf dem Blutweg anstecken, wenn sie sich während der Schwangerschaft mit Syphilis infiziert. Diese angeborene Erkrankung wird konnatale Syphilis genannt. Häufig führt dies zu einer Fehlgeburt im fünften Monat oder das Kind kommt mit Missbildungen auf die Welt.
Mit Syphilis kann man sich übrigens nicht über Toilettenbrillen, in Schwimmbädern oder durch gemeinsam benutztes Besteck anstecken.
 
Symptome:
Wird eine Syphilis nicht behandelt, verläuft sie in vier Krankheitsstadien. Die ersten beiden Stadien werden Frühsyphilis genannt, die beiden letzten beiden Spätsyphilis.
 
Erstes Stadium (Primärstadium)
Nach europäischen Leitlinien der International Union against Sexually Transmitted Infections (IUSTI)* erscheint zehn bis 90 Tage nach der Ansteckung an der Stelle, an der die Bakterien in die Haut oder Schleimhaut eingedrungen sind, ein schmerzloses Geschwür. Andere Namen dafür sind auch harter Schanker oder Primäraffekt. Das Geschwür entsteht am Penis, an den Schamlippen oder in der Scheide. Jedes Geschwür im Intimbereich gilt nach IUSTI* bis zum Beweis des Gegenteils zuerst als Syphilisfolge. Bei Oralverkehr findet man es auch im Mund oder Rachen und bei Analverkehr im Enddarm.

Das Geschwür ist gerötet und sondert eine farblose Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit enthält sehr viele Erreger, ist also äußerst infektiös. Ein bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. Auch unbehandelt heilen die Geschwüre von selbst nach einigen Wochen ab.
 
Zweites Stadium (Sekundärstadium)
Drei bis sechs Wochen nach dem Auftreten des Geschwürs kommt es oft zu grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopf- und Gliederschmerzen. Die Lymphknoten am ganzen Körper sind vergrößert. Nach zwei weiteren Wochen erscheint bei den meisten Erkrankten ein Hautausschlag. Zunächst sind es nur schwachrosa gefärbte Flecken, die sich in derbe, kupferfarbene Knötchen (Papeln) verwandeln.

Breite Papeln, die besonders in Hautfalten auftreten, nennt man Condylomata lata. Wenn diese aufgehen und nässen, ist die austretende Flüssigkeit wieder hoch infektiös. Seltener treten auch Schleimhautveränderungen im Mund und an den Genitalien auf. Manchen Patienten fallen die Haare aus. Alle Hauterscheinungen heilen nach ungefähr vier Monaten ab. Unbehandelt können sie aber während der ersten zwei Jahre innerhalb verschiedener Zeitabstände erneut auftreten.
 
Vorbeugen:
Die einzige Möglichkeit einer Syphilis vorzubeugen ist es, das sexuelle Risikoverhalten zu reduzieren und beim Sex Kondome zu verwenden.
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie vermuten, dass Sie sich angesteckt haben. Lassen Sie sich umgehend behandeln - das gilt auch für Ihren Partner.
Einer angeborenen Syphilis (Lues connata) kann man durch die empfohlenen Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge wirksam vorbeugen.
 
 
Quellen:
* European branches of the International Union against Sexually Transmitted Infections

 

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